CSR ruht auf drei Säulen

Unter CSR versteht man im heutigen Sprachgebrauch ein Konzept gesellschaftlicher Verantwortung von Unternehmen. Es stützt sich auf die drei Säulen Wirtschaft, Soziales und Umwelt – verknüpft mit dem Aspekt der Nachhaltigkeit. Das entsprechende gesellschaftliche Engagement eines Unternehmens ist also auf lange Sicht und dauerhaft angelegt. CSR-Initiativen sind Beiträge, die Unternehmen im Rahmen ihrer Geschäftstätigkeit aus eigenem Antrieb für eine zukunftsfähige Gesellschaft leisten. Sie beruhen auf Eigeninitiative und Eigenverantwortung. „Wir engagieren uns in dieser Gesellschaft mit gemeinnützigen Projekten, weil wir uns als Handwerksbetrieb auch in der Verantwortung sehen und Zeichen setzen wollen. Dabei sind wir nicht einfach nur nett zu anderen, sondern kalkulieren bewusst im Vorfeld mit dem Mehrwert für unser Unternehmen: ein besseres Image in der Öffentlichkeit“, beschreibt Matthias Schultze, Inhaber des Malerfachbetriebs Heyse, die Motive seines CSR-Engagements als Bestandteil seiner Unternehmensstrategie.

Aktion im Sozialkaufhaus fairKauf in Hannover --> Hier geht es zum Film

Drei, die mit Herz und Hand bei sozialen Themen dabei sind (von links): Reinhold Fahlbusch, Vorstandsvorsitzender des Sozialkaufhaus fairKauf, Matthias Schultze, Inhaber des Malerfachbetriebs Heyse und sein Sohn Tom Schultze. Foto: JaMedia

Der Faktor Freiwilligkeit

CSR beschreibt das gesellschaftliche Engagement von Unternehmen – und zwar alles das, was über bestehende gesetzliche Regelungen hinausgeht. Tragendes Prinzip für alle CSR-Maßnahmen ist der Faktor Freiwilligkeit. Erst die Freiwilligkeit und der Verzicht auf die Vorgabe konkreter Handlungsoptionen durch den Gesetzgeber setzen in Unternehmen wie dem Malerfachbetrieb Heyse innovative und kreative Kräfte frei. Matthias Schultze engagiert sich beispielsweise für Kindergärten und Schulen, in denen er mit seinem Team kostenfrei Räume streicht (mehr dazu erfahren Sie im Abschnitt CSR-Projekte).

Vielfältigkeit kennzeichnet das CSR-Engagement

Die gesellschaftliche Verantwortung, die ein Unternehmen wahrnimmt, ist abhängig von mehreren Faktoren:  Seiner Beschäftigtenzahl, der wirtschaftlichen Branche, dem es angehört, und den angewandten Produktionsverfahren. Die von einem Unternehmen gesetzten Schwerpunkte auf bestimmte ökologische und soziale Aktivitäten orientieren sich außerdem an den  Bedürfnissen ihrer jeweiligen Anspruchsgruppen. Damit gemeint sind alle Personen oder Gruppen, die gemeinsame Interessen mit den CSR-Aktivitäten eines Unternehmens verbinden. Das können Mitarbeiter, Kunden, Lieferanten, Kapitalgeber sowie die Medien und ganz allgemein die Öffentlichkeit sein. Alle diese Anspruchsgruppen treffen auch auf den Malerfachbetrieb Heyse zu.  

Wirtschaftlicher Erfolg ist die Basis

CSR-Initiativen sind Beiträge, die Unternehmen im Rahmen ihrer Geschäftstätigkeit für eine zukunftsfähige Gesellschaft leisten wollen. Notwendige Voraussetzung für dieses zusätzliche gesellschaftliche Engagement ist ihr wirtschaftlicher Erfolg. „Nur wirtschaftlich gesunde Unternehmen sind überhaupt in der Lage, einen zusätzlichen Beitrag zur Lösung gesellschaftlicher Probleme zu leisten“, weiß Matthias Schultze.

Historie des Begriffs

In Europa wurde der CSR-Gedanke erstmals im Mittelalter vom so genannten Ehrbaren Kaufmann vorgelebt. Dahinter stand ein Leitbild, das den Kaufleuten die Einhaltung bestimmter Verhaltensnormen vorschrieb.  Spenden für Einrichtungen zum Wohl armer Menschen zählten beispielsweise dazu. Ab dem 18. Jahrhundert und dem beginnenden Zeitalter der Industrialisierung füllten Unternehmer diese Rolle mit ihrem gesellschaftlichen Engagement aus. Sie engagierten sich als Stifter und Mäzene. So verbesserten sie die Arbeits- und Lebensbedingungen ihrer Mitarbeiter, indem sie ihnen Wohnhäuser bauten. In den 1950er Jahren beschäftigte sich in den USA die Wissenschaft mit dem Thema. „Unternehmer nehmen gesellschaftliche Rechte in Anspruch – dann haben sie auch entsprechende Pflichten zu übernehmen“: Das forderte 1953 der Wissenschaftler Howard R. Bowen in seinem Werk „Social Responsibilities of the Businessman“ (auf Deutsch: „Soziale Verantwortung des Unternehmers“).  Daraus entwickelte sich die Ansicht, dass Unternehmen nicht nur auf Erwartungen einer Gesellschaft reagieren, sondern sich aktiv einbringen sollten. Spätestens seit den 1990er Jahren verschmelzen der immer stärker ins Bewusstsein der Menschen dringende Umweltschutzgedanke und die CSR-Bewegung zu einer Einheit. Hier kommt zusätzlich die Idee einer nachhaltigen Entwicklung ins Spiel.

CSR – Gutes bewirken und davon profitieren

Erst zu Beginn des neuen Jahrtausends beginnt eine CSR-Diskussion in Europa. Zwei Dinge sind dafür ursächlich: zum einen die gegenüber den USA wesentlich stärker ausgeprägten sozialen Sicherungssysteme. Und zum anderen ein stärkeres Verantwortungsbewusstsein der Unternehmer gegenüber ihren Mitarbeitern.  2001 setzt sich erstmals die Europäische Union mit dem Thema auseinander. Sie bringt das „Grünbuch Europäische Rahmenbedingungen für die soziale Verantwortung der Unternehmen“ heraus. Heute wird das Thema „Soziale Verantwortung“ von Unternehmen bewusst öffentlichkeitswirksam eingesetzt und entsprechend vermarktet. Denn es geht nicht nur darum, Gutes zu bewirken, sondern davon auch imagemäßig zu profitieren. „Ein Mehrwert fließt durch die Medienberichterstattung über unsere CSR-Aktivitäten zurück“, hat Matthias Schultze erkannt. Der Malerfachbetrieb profitiert davon durch ein besseres Image – und die Gewinnung neuer Kunden. Gleichzeitig macht er sich so für neue Mitarbeiter interessant.  

.: zurück :.